10.1467

REGLEMENT
über die Absenzen und Beurlaubungen für Schülerinnen und Schüler

(vom 28. Juni 2000 [1] ; Stand am 1. Januar 2007)

Der Erziehungsrat des Kantons Uri,

gestützt auf Artikel 24 Absatz 4 und 25 Absatz 5 der Schulverordnung [2] ,

beschliesst:

1. Kapitel:      ALLGEMEINE BESTIMMUNGEN

Artikel 1        Gegenstand

1   Dieses Reglement regelt die Absenzen und Beurlaubungen für alle Schülerinnen und Schüler, die der Schulgesetzgebung unterstehen.

2   Die besonderen Bestimmungen der Schulgesetzgebung bleiben vorbehalten.

2. Kapitel:      ABSENZEN

Artikel 2        Verfahren

1   Die Eltern melden die Absenzen unverzüglich der zuständigen Lehrperson und begründen sie.

2   Die Meldung kann mündlich oder schriftlich erfolgen.

3   Bei Absenzen von mehr als fünf Schultagen legen die Eltern der zuständigen Lehrperson bei Krankheit oder Unfall ein Arztzeugnis und in den übrigen Fällen eine schriftliche Begründung vor. Die Lehrperson leitet diese Unterlagen auf Ersuchen des Schulrates an diesen weiter.

4   Absenzen, die nicht innerhalb von drei Tagen seit der Absenz begründet werden, gelten als unentschuldigt. Vorbehalten bleiben triftige Gründe für die Unterlassung.

5   Die zuständige Lehrperson meldet unentschuldigte Absenzen den Eltern und dem Schulratspräsidium, sofern der Schulrat nichts anderes bestimmt.

6   Jede Lehrperson führt Kontrolle über die Absenzen. Sie trägt die entschuldigten und unentschuldigten Absenzen ins Zeugnis ein.

3. Kapitel:      BEURLAUBUNGEN

1. Abschnitt: Besondere Fälle

Artikel 3        Schuljahresanfang

Über Beurlaubungen für den Schuljahresanfang entscheidet der Schulrat. Die Eltern reichen dem Schulrat rechtzeitig ein Beurlaubungsgesuch ein und begründen es.

Artikel 4        Alpzeit

Beurlaubungen für die Alpzeit werden nur bei familieneigenem Alpbetrieb bewilligt; und zwar frühestens ab dem Tag der Alpfahrt und längstens bis zum Schuljahresende.

Artikel 5        Begabtenförderung

Bei ausserordentlichen Begabungen kann die Beurlaubung für den Besuch spezieller Weiterbildungslager und -kurse, inner- und ausserschulische Zusatzangebote sowie für die Teilnahme an nationalen und internationalen Wettbewerben bewilligt werden.

Artikel 6        Religiöse Feiertage

Beurlaubungen für die höchsten Feiertage der verschiedenen Religionen sind möglich, wenn die Eltern beziehungsweise die Schülerin oder der Schüler als Angehörige einer Glaubensgemeinschaft besondere Feiertage achten.

Artikel 7        Befreiung vom Besuch einzelner Unterrichtsfächer
a) im Allgemeinen

1   Über die Befreiung vom Besuch einzelner Unterrichtsfächer aus wichtigen Gründen entscheiden:

a)  die zuständige Lehrperson, wenn die Befreiung längstens sechs Monate dauert;

b)  der Schulrat, in den übrigen Fällen.

2   Die Eltern legen dem Gesuch die zur Prüfung der Gründe notwendigen Unterlagen bei.

3   Die Befreiung ist zu befristen; sie wird in der Regel höchstens für die Dauer des laufenden Schuljahres bewilligt.

Artikel 8        b) Bibel- und Religionsunterricht

Für die Befreiung vom Bibel- und Religionsunterricht reichen die Eltern vor Beginn des Schuljahres eine schriftliche Erklärung ein, und zwar:

a)  für den Bibelunterricht beim Schulrat;

b)  für den Religionsunterricht beim zuständigen Pfarramt.

Artikel 9        Weitere Fälle

1   Die Beurlaubung wird bewilligt:

a)  bei voraussehbaren, dringenden persönlichen und familiären Angelegenheiten;

b)  bei Erkrankung eines Elternteils, wenn die Mithilfe zu Hause unentbehrlich ist;

c)  bei ansteckenden Krankheiten von Personen, die im gleichen Haushalt wohnen.

2   Für Langzeitbeurlaubungen schliessen die Eltern mit dem Schulrat eine schriftliche Vereinbarung ab.

2. Abschnitt: Verfahren

Artikel 10      Verfahren

1   Die Eltern reichen der zuständigen Lehrperson frühzeitig ein schriftliches Beurlaubungsgesuch ein und begründen es.

2   Die zuständige Lehrperson beziehungsweise der Schulrat teilt den Eltern den Entscheid schriftlich mit.

3   Jede Lehrperson führt Kontrolle über die erteilten Beurlaubungen.

4. Kapitel:      SELBSTDISPENSATION

Artikel 11      Grundsatz

Der Schulrat der zuständigen Gemeinde oder Kreisschule entscheidet über die Einführung der Selbstdispensation durch die Eltern nach Artikel 25 Absatz 4 der Schulverordnung [3] .

Artikel 12      Verfahren

1   Die Eltern zeigen der zuständigen Lehrperson die Selbstdispensation rechtzeitig an. Die Selbstdispensation muss nicht begründet werden.

2   Die in Selbstdispensation einziehbaren Schulhalbtage können einzeln oder zusammenhängend bezogen werden. Die Übertragung nicht bezogener Schulhalbtage auf das folgende Schuljahr ist nicht zulässig.

3   Die Selbstdispensation für den Schuljahresanfang ist unzulässig. Der Schulrat kann weitere Einschränkungen der Selbstdispensation beschliessen.

4   Die zuständige Lehrperson führt Kontrolle über in Selbstdispensation bezogenen Schulhalbtage.

5. Kapitel:      RECHTSSCHUTZ

Artikel 13      Rechtsschutz

Der Rechtsschutz richtet sich nach dem Schulgesetz [4] .

6. Kapitel:      SCHLUSSBESTIMMUNGEN

Artikel 14      Aufhebung bisherigen Rechts

Folgende Erlasse des Erziehungsrates werden aufgehoben:

a)  Richtlinien vom 29. September 1983 für die Erteilung von Dispensen für die Mithilfe in Landwirtschaftsbetrieben;

b)  Richtlinien vom 14. November 1980 zur Schuldispensation von Schülern in Sportkadern.

Artikel 15      Änderung bisherigen Rechts

... [5]

Artikel 16      Inkrafttreten

Dieses Reglement tritt rückwirkend auf den 1. August 2000 in Kraft.

Im Namen des Erziehungsrates

Der Präsident: Josef Arnold
Der Sekretär: Dr. Peter Horat



[1] AB vom 11. August 2000.

[5] Die Änderungen wurden in den entsprechenden Erlass eingefügt.